Der Regen auf dem Neon macht die Straße unlesbar. Du stehst seit vierzig Minuten im Eingang gegenüber, und der Mann, der deinen Namen an Quantum Innovations verkauft hat, sitzt drei Meter hinter der beschlagenen Scheibe und isst Nudeln.
Er heißt Tomas. Vor sieben Wochen hat er dir einen Schlafplatz besorgt, als du keinen hattest, und vier Tage später deine Kennung an eine Nummer geschickt, die zwölf Minuten lang existierte. Was er dafür bekommen hat, reicht offenbar, um jeden Abend an derselben Theke zu essen.
Der Nudelstand ist eng. Sechs Plätze, eine Tür. Der Koch kennt ihn und füllt nach, ohne zu fragen. Tomas' Jacke hängt über der Stuhllehne, und in der Innentasche drückt etwas gegen den Stoff, ungefähr so groß wie eine Karte.
Draußen, halb auf dem Gehweg, steht sein Wagen: ein grauer Lieferwagen ohne Beschriftung, den er sich vor sieben Wochen nicht hätte leisten können. Seit zehn Minuten läuft der Motor, und ausgestiegen ist niemand.
In deinem Sichtfeld zählt die geliehene Kennung herunter. Zwei Stunden, vierzehn Minuten. Danach bist du für jedes Lesegerät in diesem Viertel wieder eine Tote, die sich bewegt.
Er weiß nicht, dass du lebst. Das ist im Moment alles, was du hast.
- 1 Warten, bis er zahlt, und ihm nach draußen folgen
- 2 Dich zu ihm an die Theke setzen Du hast gewählt
- 3 Zu seinem Wagen gehen, bevor er ihn erreicht
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Du gehst über die Straße, ohne zu rennen, und setzt dich auf den freien Platz rechts von ihm.
Der Koch stellt dir eine Schale hin, ohne zu fragen, und schiebt die Stäbchen hinterher. Das ist die Art Laden, in der niemand fragt.
Tomas sieht kurz zur Seite, so wie man zur Seite sieht, wenn sich jemand neben einen setzt. Dann sieht er wieder in seine Schale. Dann hält seine Hand auf halbem Weg an.
Er rennt nicht. Das ist das Erste, was nicht stimmt.
„Sie haben mir gesagt, du bist tot“, sagt er, sehr leise, in die Nudeln hinein.
Sie haben es ihm gesagt. Danach. Jemand hat sich die Mühe gemacht, ihn zu informieren.
„Sie haben von einer Umsetzung gesprochen“, sagt er. „Neue Kennung, anderer Bezirk, keine Übergabe. So haben sie es genannt.“
Er glaubt das selbst nicht mehr, während er es sagt. Das hört man.
Dann schiebt er etwas über die Theke, unter der flachen Hand, und lässt es liegen. Eine Karte, matt, ohne Aufdruck, an einer Ecke abgegriffen. Das Ding aus seiner Jackentasche.
„Der Wagen draußen gehört mir nicht“, sagt er.
Und während er es sagt, geht der Motor des grauen Lieferwagens aus.
Danach ist die Straße sehr leise, und der Regen ist das Lauteste, was du hörst.
- 1 Die Karte nehmen und sofort gehen
- 2 Fragen, wer ihm gesagt hat, dass du tot bist Du hast gewählt
- 3 Zur Tür sehen, weil der Motor ausgegangen ist
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
„Wer?“
Tomas legt die Stäbchen quer über die Schale, sehr ordentlich, wie jemand, der beschlossen hat, dass er nicht weiteressen wird.
„Kein Wer. Ein Wo.“ Er zeigt mit dem Kinn auf das Terminal am Ende der Theke, ein altes Kastengerät mit vergilbter Blende. „Die Nachricht kam hier rein. Auf das Ding. Der Koch hat sie mir vorgelesen, weil ich sie nicht selbst lesen konnte. Ich war nicht angemeldet.“
Du siehst zum Terminal. Dann siehst du zum Herd.
Der Koch ist nicht da. Die Flamme unter dem großen Topf brennt weiter, die Schöpfkelle liegt auf dem Rand, und die Tür zur Küche schwingt langsam aus, als sei gerade jemand hindurchgegangen.
„Heute ist der dritte Abend“, sagt Tomas. „Ich esse seit drei Abenden hier.“
„Warum?“
„Weil du kommen würdest.“ Er sieht dich zum ersten Mal richtig an. „Ich wollte gefunden werden. Ich wollte es nur nicht draußen.“
In deinem Sichtfeld springt die Zahl.
Sie zählt nicht weiter herunter. Sie steht kurz still, und dann steht dort: 4:00:00.
Jemand hat deine geliehene Kennung verlängert. Von außen. Was bedeutet, dass jemand genau weiß, welche Kennung du trägst und wie viel davon dir noch geblieben war.
Tomas sieht deinem Gesicht an, dass etwas passiert ist.
„Sie wissen, dass du hier bist“, sagt er.
- 1 Die Karte lesen, bevor du irgendetwas anderes tust
- 2 Tomas mitnehmen, auch wenn er langsamer ist als du Du hast gewählt
- 3 Nach hinten durch die Küche verschwinden
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Du nimmst die Karte, du nimmst seinen Ellenbogen, und du ziehst ihn von der Theke hoch, bevor er sich entscheiden kann, ob er das will.
„Ich bin langsam“, sagt er.
„Ich weiß.“
Draußen ist der Regen wärmer als drinnen die Luft. Ihr steht zwischen den Pfützen, in denen das Neon zerläuft, und du siehst zuerst den Wagen.
Beide vorderen Türen stehen offen. Niemand sitzt darin. Der Motor ist aus, das Armaturenbrett dunkel, und als du im Vorbeigehen die Hand auf den Fahrersitz legst, ist er warm.
Tomas bleibt stehen. Nicht aus Erschöpfung — er hat etwas gesehen.
Auf der anderen Straßenseite, in dem Eingang, in dem du vierzig Minuten gestanden hast, steht jemand. Nicht versteckt. Genau dort, wo du gestanden hast, in derselben Haltung, die Schulter an denselben Türrahmen gelehnt, das Gesicht im Schatten des Vordachs.
Die Gestalt bewegt sich nicht.
In deinem Sichtfeld zählt die Kennung wieder normal herunter. 3:59:12. 3:59:11.
Als hätte jemand entschieden, dass du für heute Nacht genug Zeit hast.
„Nicht rennen“, sagt Tomas neben dir. „Bitte. Nicht rennen.“
Jetzt erlebe die Geschichte selbst
Derselbe Anfang, neu geschrieben – und ab der ersten Entscheidung ist es deine Geschichte und nicht diese.
Abenteuer starten – ohne Anmeldung- Kein Konto nötig
- Auf Deutsch geschrieben, nicht übersetzt
- Kostenlos starten
Ein Textadventure, das nicht aus Befehlen besteht
Oben steht eine aufgezeichnete Runde: vier Abschnitte und die drei Entscheidungen dazwischen, jede mit den beiden Möglichkeiten daneben, die nicht genommen wurden. Wer draußen wartet, statt sich an die Theke zu setzen, erfährt nie, dass Tomas seit drei Abenden dort isst.
Klassische Textadventures wollten Kommandos: „geh nach norden“, „nimm lampe“. Hier liest du einen Abschnitt und wählst aus drei Möglichkeiten, was du tust. Der nächste Abschnitt wird danach geschrieben — nicht aus einer Datenbank geholt.
Neonlicht setzt dich in eine Stadt, in der dich jemand verkauft hat, und gibt dir eine Uhr: zwei Stunden geliehene Kennung. Auf Deutsch geschrieben, nicht aus dem Englischen übersetzt — was bei diesem Genre selten ist.
Was dich erwartet
- Der Text oben steht fest: eine aufgezeichnete Runde, die du lesen kannst, ohne etwas zu starten. In deiner eigenen Runde entsteht er, während du liest, und zwei Durchläufe sind nie gleich.
- Deine Entscheidungen verzweigen die Geschichte wirklich – es gibt keinen vorgesehenen Weg, den du finden musst.
- Geschrieben wird von einer KI, nicht von einer Autorin. Sie schreibt etwa 250 Wörter pro Abschnitt, erinnert sich nur begrenzt an frühere Abschnitte und verliert gelegentlich einen Faden. Wenn ein Abschnitt danebengeht, kannst du ihn neu schreiben lassen.
- Der Start ist kostenlos und braucht kein Konto. Das Freikontingent wird in Tokens gemessen, nicht in Zügen – wie viele Entscheidungen es trägt, hängt von der Geschichte ab, ungefähr acht.
Krimi
Romantasy
Horror