Der Schwur brennt seit Sonnenuntergang unter deiner Haut, ein feiner heller Strich vom Handgelenk bis zum Ellenbogen. Auf Maren Vasks Arm brennt derselbe.
Die Kammer, die man euch zugewiesen hat, ist für eine Person gedacht. Ein Fenster, ein Waschtisch, ein Bett. Die Tür lässt sich von außen verriegeln, und jemand hat das getan, ohne es anzukündigen.
„Setz dich hin“, sagt Maren, ohne aufzusehen. „Wenn du weiter im Kreis läufst, reißt du ihn auf.“
Sie hat recht, und das ist das Ärgerliche daran. Der Schwur hält euch beide am Leben, bis der Mond über den Ostgrat steigt — und er hält euch aneinander. Zu weit voneinander entfernt, und er zieht. Zu lange gelogen, und er brennt. Ihr habt die halbe Prüfung damit verbracht, herauszufinden, wie viel er merkt.
Du setzt dich auf die Bettkante. Sie bleibt am Waschtisch, den Rücken zur Wand, so wie sie in jeder Halle sitzt, in der du sie je gesehen hast.
„Ich habe eine Frage“, sagst du.
„Ich weiß.“
Draußen geht jemand den Gang entlang und bleibt vor der Tür stehen. Nicht lange. Lang genug.
Maren sieht dich zum ersten Mal an diesem Abend richtig an, und der Strich auf ihrem Arm wird heller, während sie es tut.
„Frag mich vor Mondaufgang“, sagt sie. „Danach kann ich lügen.“
- 1 Fragen, wer den Schwur vorgeschlagen hat — und warum sie zugestimmt hat Du hast gewählt
- 2 Zur Tür gehen und nachsehen, wer davor stehen geblieben ist
- 3 Nichts fragen und abwarten, wie viel sie freiwillig sagt
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
„Die Prüfungsmeisterin“, sagt Maren. „Sie hat es mir angeboten, drei Tage vorher, allein, in ihrem Zimmer. Ohne Namen. Nur: Es gibt eine Zweite, und wenn ihr den Schwur nehmt, überlebt ihr beide.“
Der Strich auf ihrem Arm wird nicht heller. Also stimmt es.
„Und du hast zugesagt, ohne zu wissen, wer ich bin.“
„Ich habe zugesagt, ohne zu wissen, wer du bist.“ Jetzt sieht sie das Fenster an. „Am nächsten Morgen hat sie es mir gesagt. Ich hatte bis Mittag Zeit, es zurückzunehmen.“
Du wartest.
„Ich habe es nicht zurückgenommen.“
Der Schwur zieht kurz an, so wie er anzieht, wenn eine von euch etwas verschweigt, und du weißt nicht, ob er dich meint oder sie.
„Jetzt ich“, sagt sie. „Warum hast du mich nicht gefragt, als wir noch draußen waren, wo uns niemand hört?“
Draußen entfernen sich die Schritte im Gang. Sie werden leiser, sie werden schneller, sie sind weg.
Und dann dreht sich ein Schlüssel im Schloss.
Nicht auf. Zu. Ein zweites Mal, tiefer als das erste, ein anderes Geräusch, ein anderes Eisen.
Maren steht auf. Der Strich auf ihrem Arm brennt hell genug, um Schatten an die Wand zu werfen.
„Das war nicht die Prüfungsmeisterin“, sagt sie. „Sie riegelt einmal ab.“
- 1 Ihre Frage beantworten, ehrlich, solange der Schwur es erzwingt
- 2 Die Tür prüfen, jetzt, wo sie ein zweites Mal verriegelt wurde Du hast gewählt
- 3 Fragen, was passiert, wenn der Mond aufgeht, bevor ihr fertig seid
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Zwei Riegel. Du fühlst sie durch das Holz, als du dich mit der Schulter dagegenlegst: Der obere sitzt fest und alt, der untere ist neu, das Eisen greift zu tief, jemand hat ihn heute angebracht.
Durch den Spalt siehst du den Gang. Er ist dunkel. Vorhin brannten dort Lampen, alle vier, den ganzen Abend.
Der Schwur zieht. Nicht als Warnung, sondern als Schmerz, ein Strich, der sich zusammenzieht wie eine Sehne — du bist zu weit von ihr entfernt, und der Raum ist sechs Schritte lang.
Sie kommt, weil sie muss. Das ist das Demütigende daran, und ihr wisst es beide.
Sie stellt sich neben dich, näher, als sie es je freiwillig getan hätte, legt die Hand flach aufs Holz und hört. Ihr Atem geht an deiner Schläfe vorbei. Das Ziehen hört auf, sofort, als hätte jemand einen Knoten gelöst.
„Vier Lampen“, sagt sie leise. „Die hat jemand einzeln ausgemacht. Das dauert.“
„Jemand, der Zeit hatte.“
„Jemand, der wusste, dass wir hier sind.“ Sie sieht dich von der Seite an, und weil sie so nah steht, sieht sie dich dabei von unten an. „Und jetzt weißt du, warum ich zugesagt habe, ohne den Namen zu kennen.“
Am Fenster hat sich etwas verändert. Der Ostgrat, der die ganze Nacht schwarz gegen Schwarz stand, hat eine Kante bekommen.
Weniger als eine Stunde.
- 1 Das Fenster aufstoßen und den Ostgrat ansehen, solange noch Zeit ist
- 2 Sie fragen, wer außer der Prüfungsmeisterin von dem Schwur weiß
- 3 Stehen bleiben und den Schwur sagen lassen, was er will Du hast gewählt
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Ihr bleibt stehen, wo ihr steht, die Hand an der Tür, und ihr fragt nichts mehr.
Der Schwur nimmt sich, was ihm zusteht. So funktioniert er: Er erzwingt keine Antwort, er erzwingt nur, dass keine Lüge durchkommt — und wenn man ihm lange genug nichts gibt, holt er es sich.
Maren spricht zuerst. Es ist kein Geständnis, es klingt eher, als lese sie etwas vor, das sie längst auswendig kann, und ihre Stimme wird dabei ruhiger statt unsicherer. Sie sagt einen Satz, den sie in ihrem Leben noch niemandem gesagt hat, und sie sagt ihn zu Ende, ohne dich anzusehen.
Dann wartet sie. Nicht auf eine Antwort — auf das Ziehen, das kommen müsste, wenn irgendetwas daran nicht wahr wäre.
Es kommt nicht.
Stattdessen wird der Strich auf ihrem Arm dunkel. Zuerst am Handgelenk, dann bis zum Ellenbogen, wie eine Kohle, die durchgebrannt ist. Deiner auch. Es tut nicht weh. Es ist einfach vorbei.
Der Mond steht noch hinter dem Grat.
„Das darf nicht sein“, sagst du.
„Nein“, sagt Maren, und zum ersten Mal an diesem Abend klingt sie, als hätte sie Angst. „Jetzt können wir beide lügen.“
Auf der anderen Seite der Tür schiebt sich der untere Riegel zurück.
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Derselbe Anfang, neu geschrieben – und ab der ersten Entscheidung ist es deine Geschichte und nicht diese.
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Romantasy, in der die Entscheidung bei dir liegt
Oben steht keine Leseprobe, sondern eine Aufzeichnung: vier Abschnitte und die drei Entscheidungen dazwischen. Neben jeder getroffenen stehen die beiden, die nicht genommen wurden. Wäre an der Tür gefragt statt geprüft worden, wäre die Nacht anders zu Ende gegangen.
Romantasy lebt von Nähe unter Zwang: zwei Menschen, die sich nicht aussuchen konnten, dass sie aufeinander angewiesen sind. Genau das lässt sich schlecht anschauen und gut spielen — denn die interessante Frage ist nicht, was passiert, sondern was du sagst.
Der Blutschwur gibt dir eine Nacht und eine verriegelte Tür. Es gibt keinen vorgesehenen Ausgang, den du finden musst.
Was dich erwartet
- Der Text oben steht fest: eine aufgezeichnete Runde, die du lesen kannst, ohne etwas zu starten. In deiner eigenen Runde entsteht er, während du liest, und zwei Durchläufe sind nie gleich.
- Deine Entscheidungen verzweigen die Geschichte wirklich – es gibt keinen vorgesehenen Weg, den du finden musst.
- Geschrieben wird von einer KI, nicht von einer Autorin. Sie schreibt etwa 250 Wörter pro Abschnitt, erinnert sich nur begrenzt an frühere Abschnitte und verliert gelegentlich einen Faden. Wenn ein Abschnitt danebengeht, kannst du ihn neu schreiben lassen.
- Der Start ist kostenlos und braucht kein Konto. Das Freikontingent wird in Tokens gemessen, nicht in Zügen – wie viele Entscheidungen es trägt, hängt von der Geschichte ab, ungefähr acht.
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