Der Weg hört nicht auf, er wird nur schmaler. Seit vierzig Minuten Fichten links und rechts, kein Gegenverkehr, und der letzte Balken Empfang ist irgendwo hinter Rehbach verschwunden.
Dann steht das Haus da.
Es steht nicht am Ende des Wegs, es steht quer darauf, als hätte man die Straße gebaut, um genau hier anzukommen. Zwei Stockwerke, Putz vom Regen gestreift, die Fensterläden im ersten Stock geschlossen. Im Erdgeschoss brennt Licht. Warmes Licht, kein Notstrom, kein Bewegungsmelder. Küchenlicht.
Der Makler hat dir am Telefon gesagt, dass hier seit neun Jahren niemand mehr wohnt, und Makler sagen viel. Aber er hat auch gesagt, der Strom sei abgestellt, und dazu hätte er keinen Grund zu lügen gehabt.
Du lässt den Motor laufen. Der Scheibenwischer schiebt Nadeln und Wasser zur Seite und gibt für eine Sekunde den Blick frei auf die Haustür, die nicht ganz zu ist. Ein Spalt, handbreit. Dahinter bewegt sich nichts.
Umdrehen geht nicht. Der Weg ist zu schmal zum Wenden, und rückwärts fährst du keine vierzig Minuten durch diesen Wald.
Du stellst den Motor ab, und in der Stille danach hörst du, dass im Haus jemand Wasser laufen lässt. Es läuft eine Weile. Dann wird es abgedreht, ordentlich, ganz zu, so wie man es tut, wenn man das Haus kennt.
- 1 Zur offenen Haustür gehen und rufen, bevor du eintrittst
- 2 Ums Haus herum zur erleuchteten Küche und durchs Fenster sehen Du hast gewählt
- 3 Im Auto bleiben, abschließen und abwarten, wer herauskommt
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Der Boden neben dem Haus ist weich und voller Fichtennadeln, und deine Schritte machen kein Geräusch, was du in diesem Moment weder gut noch schlecht findest.
Das Küchenfenster reicht bis auf Brusthöhe herunter. Innen: ein Tisch, für zwei gedeckt. Zwei Teller, zwei Gläser, das Besteck ordentlich ausgerichtet. Auf dem Herd steht ein Topf, und über dem Topf steht Dampf, langsam und gleichmäßig, wie über etwas, das seit einer halben Stunde zieht.
Niemand ist im Raum.
Ein Radio läuft leise. Du hörst es durch das Glas, keine Musik, eine Stimme: Wetterbericht, Schneefall bis in die Tallagen. Die Stimme wünscht einen ruhigen Abend.
Auf dem Tisch, neben dem linken Teller, liegt ein Spiralheft, aufgeschlagen. Die Seite ist zur Hälfte beschrieben, eine Spalte mit Uhrzeiten, dahinter kurze Einträge, alles in derselben schmalen Handschrift. Die letzten drei Zeilen kannst du lesen.
19:12 — nichts. 19:33 — Motorgeräusch, weit. 19:42 — Wagen am Weg.
Auf deiner Uhr ist es 19:44.
Hinter dir, unten am Weg, fällt deine Autotür ins Schloss. Du weißt sicher, dass du sie offen gelassen hast, weil du sie absichtlich offen gelassen hast, um die Innenbeleuchtung zu behalten.
Am Weg ist es jetzt dunkel.
Die Küchentür, zwei Schritte rechts von dir, steht einen Spalt offen. Dahinter ist es warm.
- 1 Zurück zum Auto laufen, solange du noch weißt, wo es steht
- 2 Durch die Küchentür ins Haus gehen Du hast gewählt
- 3 Stehen bleiben und warten, bis noch etwas passiert
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Die Wärme in der Küche ist die eigentliche Überraschung. Nicht die Wärme eines Hauses, in dem geheizt wird — die Wärme eines Hauses, in dem gekocht wird, mit Fett und Zwiebeln und feuchter Luft.
Im Topf ist Kartoffelsuppe. Du berührst den Rand mit dem Handrücken und ziehst ihn sofort wieder weg.
Das Radio steht auf der Anrichte, ein altes Gerät mit Stoffbespannung. Das Kabel liegt daneben, ordentlich aufgerollt. Der Stecker steckt nicht in der Dose. Die Stimme redet weiter, jetzt über die Straßenverhältnisse.
Du blätterst im Heft zurück. Dieselben Spalten, dieselbe Handschrift, Seite um Seite, Uhrzeiten und kurze Einträge, ganze Tage voll. Weiter hinten wird das Papier stockig, und die Jahreszahl in der Kopfzeile ist neun Jahre alt.
Eine Zeile wiederholt sich, an sehr vielen Abenden, immer gegen dieselbe Zeit:
kein Wagen.
Jemand sitzt hier seit neun Jahren und schreibt auf, dass niemand kommt.
Über dir gibt eine Diele nach. Einmal, dann noch einmal, langsamer, als verlagerte jemand sein Gewicht und nähme es wieder zurück.
Dann geht in der Küche das Licht aus.
Es wird nicht dunkel. Im Flur, hinter der halboffenen Tür, ist im selben Moment Licht angegangen, und dahinter, am Ende des Flurs, noch eines.
Das Haus zeigt dir, wohin.
- 1 Dem Licht in den Flur folgen Du hast gewählt
- 2 Das Heft nehmen und durch die Küchentür verschwinden
- 3 Nach oben rufen und deinen Namen nennen
- → Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte
Der Flur ist schmal und riecht nach nassem Filz. Links eine Garderobe, sechs Haken, fünf davon leer.
Am sechsten hängt eine Jacke. Dunkelgrün, Kapuze, an der rechten Tasche ist der Reißverschluss abgerissen und durch ein Stück Draht ersetzt.
Diesen Draht hast du selbst hineingedreht, vor zwei Jahren, an einem Bahnhof, weil du keinen Ersatz finden konntest.
Du fasst sie nicht an.
Die Treppe steigt in einer Windung nach oben. Auf dem Absatz steht ein kleiner Tisch, und darauf liegt ein zweites Spiralheft, geschlossen, mit einem Gummiband darum. Auf dem Umschlag steht ein Datum. Es ist das heutige.
Darunter steht ein Name, in derselben schmalen Handschrift.
Es ist deiner.
Oben ist eine Tür angelehnt, und der Streifen Licht, der daraus fällt, ist warm und ruhig und völlig unaufgeregt. Von dort riecht es nach Suppe.
Dann legt jemand in dem Zimmer einen Löffel auf einen Tellerrand — dieses kurze, helle Geräusch, das man macht, wenn man mit dem Essen aufhört, weil man etwas gehört hat.
Eine Sekunde lang ist es vollkommen still.
Dann wird der Stuhl zurückgeschoben.
Jetzt erlebe die Geschichte selbst
Derselbe Anfang, neu geschrieben – und ab der ersten Entscheidung ist es deine Geschichte und nicht diese.
Abenteuer starten – ohne Anmeldung- Kein Konto nötig
- Auf Deutsch geschrieben, nicht übersetzt
- Kostenlos starten
Horror, bei dem du selbst entscheidest, wann es zu weit geht
Oben liest du eine Aufzeichnung, keine Leseprobe: vier Abschnitte und die drei Entscheidungen dazwischen, jede mit den beiden Möglichkeiten daneben, die nicht genommen wurden. Wer zurück zum Auto läuft, kommt an keiner der folgenden Stellen je vorbei.
Das ist der Unterschied zu einer Gruselgeschichte zum Lesen: Niemand trifft die dumme Entscheidung für dich. Was auf sie folgt, wird an dieser Stelle geschrieben und nicht vorher.
Das Haus am Ende des Wegs gibt dir eine Ausgangslage und einen Grund, nicht umzukehren: einen zu schmalen Waldweg, kein Netz, und Licht in einer Küche, in der es keinen Strom geben dürfte.
Was dich erwartet
- Der Text oben steht fest: eine aufgezeichnete Runde, die du lesen kannst, ohne etwas zu starten. In deiner eigenen Runde entsteht er, während du liest, und zwei Durchläufe sind nie gleich.
- Deine Entscheidungen verzweigen die Geschichte wirklich – es gibt keinen vorgesehenen Weg, den du finden musst.
- Geschrieben wird von einer KI, nicht von einer Autorin. Sie schreibt etwa 250 Wörter pro Abschnitt, erinnert sich nur begrenzt an frühere Abschnitte und verliert gelegentlich einen Faden. Wenn ein Abschnitt danebengeht, kannst du ihn neu schreiben lassen.
- Der Start ist kostenlos und braucht kein Konto. Das Freikontingent wird in Tokens gemessen, nicht in Zügen – wie viele Entscheidungen es trägt, hängt von der Geschichte ab, ungefähr acht.
Krimi
Romantasy
Cyberpunk