Der Zug hat Kufstein vor zwanzig Minuten verlassen, und seitdem schneit es so dicht, dass die Fenster nur noch dein eigenes Spiegelbild zeigen.

Im Speisewagen ist es zu warm. Ein Kellner räumt zwei Teller ab, jemand lacht zu laut über einen Witz, den du nicht gehört hast. Du sitzt am hintersten Tisch, weil man von dort den ganzen Wagen überblickt, und das ist eine Angewohnheit, die du dir nicht mehr abgewöhnen wirst.

Dann kippt der Mann am Fenstertisch nach vorn.

Es geschieht ohne Geräusch. Sein Kopf schlägt auf das Tischtuch, die Weinflasche kommt ins Rutschen, und erst als sie auf dem Boden zerspringt, dreht sich der halbe Wagen um. Eine Frau steht auf und setzt sich sofort wieder hin. Der Kellner bleibt mit dem Stapel Teller stehen, als hätte ihn jemand angehalten.

Du bist schon bei ihm, bevor du entschieden hast, dass du gehst. Die Haut im Nacken ist noch warm. Einen Puls findest du nicht. Vor ihm steht ein halbleeres Glas, daneben ein zweites, das niemand angerührt hat, und auf dem Tischtuch liegt ein Zündholzbriefchen mit dem Wappen eines Wiener Hotels.

Der Schaffner drängt durch die Tür am anderen Ende. Hinter ihm verschwindet im Gang ein Mantelzipfel Richtung Schlafwagen — jemand, der nicht bleiben wollte, um zu sehen, was passiert.

Bis Salzburg hält dieser Zug nicht. Sechs Stunden. Und alle, die dafür in Frage kommen, sitzen mit dir im selben Waggon.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Dem Mantel in den Schlafwagen folgen, bevor die Spur kalt wird
  2. 2 Beim Toten bleiben und den Tisch lesen, ehe der Schaffner abräumen lässt Du hast gewählt
  3. 3 Den Speisewagen schließen lassen und dir jedes Gesicht darin einprägen
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Der Schaffner will, dass du aufstehst. Du bleibst, wo du bist, und sagst ihm, er soll niemanden aus dem Wagen lassen.

Das zweite Glas ist trocken. Nicht leer — trocken. Innen kein Film, kein Rand, nichts. Es hat den ganzen Abend dort gestanden, ohne dass jemand daraus getrunken hätte. Der Kellner sagt, der Herr habe zwei Gläser verlangt, gleich beim Einsteigen in Innsbruck, und dazu nichts erklärt.

Das Zündholzbriefchen trägt außen das Wappen des Hotel Regina. Innen, mit Bleistift, in einer sehr kleinen Handschrift: Wg 7, Abt 3.

In der Manteltasche steckt eine Fahrkarte. Salzburg–Wien, für heute Nacht, drei Uhr zwanzig. Er wollte nirgendwo ankommen. Er wollte sich in Salzburg umdrehen und wieder zurückfahren.

„Lindner“, sagt der Schaffner über deine Schulter, als kenne er den Namen zu gut, um ihn gern auszusprechen. „Er fährt jeden Monat.“

Fährt. Nicht fuhr.

Du siehst auf. Am dritten Tisch, wo eben noch die Frau saß, die aufgestanden und sofort wieder abgesessen ist, liegt eine Serviette über einer vollen Tasse. Der Platz ist leer. Ihr Mantel hängt noch über der Lehne, und der Ärmel ist nass bis zum Ellenbogen, obwohl es hier drinnen seit Innsbruck nicht geregnet hat.

„Wir legen ihn in den Packwagen“, sagt der Schaffner. „Bis Salzburg.“

Draußen steht der Schnee jetzt waagerecht in der Luft, und der Zug wird langsamer, ohne dass jemand gebremst hätte.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Dem Schaffner widersprechen und den Toten liegen lassen, bis du fertig bist
  2. 2 Der Frau nachgehen, deren Mantel noch am dritten Tisch hängt Du hast gewählt
  3. 3 Abteil 3 in Wagen 7 suchen, bevor es jemand anders tut
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Du findest sie im Übergang zwischen Wagen vier und fünf, dort, wo die Bälge in der Kurve arbeiten und es so laut ist, dass man sich anschreien muss. Sie hat das Fenster heruntergelassen. Zwölf Grad unter null, und sie steht in Bluse und Rock und raucht, als wäre ihr das gerade das Wichtigste.

Sie erschrickt nicht. Das ist das Erste, was dir auffällt.

„Sie waren schnell bei ihm“, sagt sie. „Schneller als der Schaffner.“

Sie heiße Hoyer, sagt sie. Sie kenne ihn flüchtig, sagt sie, vom Bahnsteig in Wien, man sieht sich, man grüßt. Und dann sagt sie, das zweite Glas sei ihres gewesen. Sie habe sich zu ihm gesetzt und sei wieder aufgestanden, bevor er zu trinken angefangen habe.

Du sagst nichts. Du wartest darauf, dass sie es selbst merkt.

„Ich habe Herrn Berger nicht gut genug gekannt, um zu bleiben“, sagt sie.

Der Schaffner hat einen anderen Namen genannt.

Hinter ihr, im Gang von Wagen fünf, fällt eine Tür ins Schloss. Jemand geht nach vorn, Richtung Speisewagen, im gleichmäßigen Schritt eines Menschen, der weiß, wohin er will.

Dann greifen die Bremsen. Nicht scharf, aber ohne Bahnhof, ohne Signal, mitten in der Landschaft. In etwa einer Minute steht der Zug, und dann kann jeder aussteigen, der aussteigen will.

Frau Hoyer sieht an dir vorbei, Richtung Schlafwagen, und drückt die Zigarette am Fensterrahmen aus.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Sie festhalten und nach dem zweiten Namen fragen Du hast gewählt
  2. 2 Zur Tür laufen, bevor der Zug steht und jemand aussteigt
  3. 3 Den Schaffner holen, bevor du mit ihr allein bleibst
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Du hältst sie am Arm fest, und sie lässt es zu.

„Sie haben ihn Berger genannt“, sagst du. „Der Schaffner hat Lindner gesagt.“

Sie sieht dich an, so lange, dass du glaubst, sie werde gar nicht antworten.

„Welchen Namen hat er zuerst genannt?“, fragt sie.

„Lindner.“

„Ja.“ Sie nickt langsam, fast erleichtert, als hätte sie sich das gewünscht und nicht damit gerechnet. „Lindner sitzt in Wagen sieben, Abteil drei. Seit Innsbruck. Er hat den Wagen nicht verlassen.“

Der Zug steht. Die Bälge hören auf zu arbeiten, und in der Stille wird das Ticken der Heizungsrohre laut. Draußen, sehr nah, knirscht Schnee unter Schritten — jemand geht am Zug entlang, von hinten nach vorn.

„Und der Mann im Speisewagen?“, fragst du.

Frau Hoyer nimmt deine Hand von ihrem Arm, ohne Eile, wie man etwas beiseiteräumt, das man später wieder brauchen wird.

„Das“, sagt sie, „ist die Frage, die Sie in den nächsten fünf Stunden beantworten müssen. Ich würde damit anfangen, bevor der Zug wieder anfährt.“

Im Gang hinter ihr geht das Licht aus. Nicht flackernd, nicht langsam — jemand hat einen Schalter umgelegt.

Jetzt erlebe die Geschichte selbst

Derselbe Anfang, neu geschrieben – und ab der ersten Entscheidung ist es deine Geschichte und nicht diese.

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Ein Krimi, in dem du ermittelst statt zuzusehen

Oben liest du keine Leseprobe, sondern eine Aufzeichnung: vier Abschnitte einer Geschichte und die drei Entscheidungen, die zwischen ihnen getroffen wurden. Die beiden nicht gewählten Möglichkeiten stehen jeweils daneben. Sie wären genauso weitergegangen — nur woandershin.

Ein interaktiver Krimi funktioniert deshalb anders als ein Kriminalroman: Es gibt keinen festgelegten Ermittlungsweg. Du entscheidest nach jedem Abschnitt, wen du befragst, was du unter dem Tisch hervorziehst, wem du glaubst — und die Geschichte wird an dieser Stelle weitergeschrieben.

Der Nachtzug ist ein geschlossener Raum mit einer Uhr: Bis Salzburg sind es sechs Stunden, aussteigen kann niemand, und jede Verdächtige, die du übersiehst, hat Zeit. Das ist die Ausgangslage. Deine Fassung wird eine andere sein als diese hier.

Was dich erwartet

  • Der Text oben steht fest: eine aufgezeichnete Runde, die du lesen kannst, ohne etwas zu starten. In deiner eigenen Runde entsteht er, während du liest, und zwei Durchläufe sind nie gleich.
  • Deine Entscheidungen verzweigen die Geschichte wirklich – es gibt keinen vorgesehenen Weg, den du finden musst.
  • Geschrieben wird von einer KI, nicht von einer Autorin. Sie schreibt etwa 250 Wörter pro Abschnitt, erinnert sich nur begrenzt an frühere Abschnitte und verliert gelegentlich einen Faden. Wenn ein Abschnitt danebengeht, kannst du ihn neu schreiben lassen.
  • Der Start ist kostenlos und braucht kein Konto. Das Freikontingent wird in Tokens gemessen, nicht in Zügen – wie viele Entscheidungen es trägt, hängt von der Geschichte ab, ungefähr acht.