Der Kai riecht nach Teer und faulem Fisch, und du zählst zum dritten Mal die Kisten, die noch an Deck sollen, weil die Zahl nicht zur Ladeliste passt. Vierzig Fässer Salz, steht auf dem Papier, das der Kapitän dir vor einer Stunde in die Hand gedrückt hat. Du hast bisher zweiunddreißig gezählt, und jedes davon ist zu leicht.

Salz drückt. Diese Fässer schwappen, wenn man sie kippt, mit einem Geräusch, das kein Salz macht, eher wie Holz, das gegen Holz schlägt.

Der Kapitän steht am Fuß der Gangway und treibt die Männer an, ohne selbst mit anzupacken, was er sonst nie tut. „Vor der Flut, oder wir bleiben liegen", sagt er, zum vierten Mal in einer Stunde, und dabei ist die Flut erst gegen vier Uhr fällig.

Die Aurelia liegt tief im Wasser für ein Schiff, das angeblich Salz nach Marseille bringt. Zu tief für vierzig Fässer, und du bist lange genug an Bord, um den Unterschied im Tiefgang zu kennen.

Ein Mann, den du auf dieser Reise noch nie gesehen hast, steht bei den letzten Kisten und lässt niemanden allein daran. Er trägt keine Seemannskleidung, und seine Hände sind zu sauber für Kai-Arbeit.

Du hebst die nächste Kiste an einem Ende an, nur einen Fingerbreit, um das Gewicht zu prüfen, bevor sie dir jemand abnimmt.

Zu leicht für Salz. Zu schwer für Wolle. Und von irgendwo darin, ganz kurz, ein Laut, der nicht vom Wasser kommt.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Den fremden Mann direkt fragen, was in den Kisten ist
  2. 2 Eine der Kisten unauffällig öffnen, solange niemand hinsieht Du hast gewählt
  3. 3 Schweigen und weiterladen, bis die Ladeliste geprüft werden kann
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Der Deckel gibt nach, leiser als erwartet, weil er nur lose vernagelt ist. Kein Salz. Kein Tuch. Unter einer Lage nassen Sackleinens liegen Musketen, sechs Stück, sauber eingefettet, die Läufe in Wolldecken gewickelt, damit sie beim Transport nicht klappern.

Du drückst den Deckel sofort wieder zu, aber nicht schnell genug.

Eine Hand legt sich auf deine Schulter, nicht grob, aber fest. Der fremde Mann, der eben noch bei den letzten Kisten stand, steht jetzt neben dir, und in seinem Blick liegt weniger Wut als eine Rechnung, die er gerade im Kopf aufmacht: Was du wert bist, lebend, und was es kostet, dich zum Schweigen zu bringen.

„Die Ladeliste sagt Salz", sagt er leise. Keine Frage.

Hinter ihm, am Ende des Kais, geht eine Laterne aus, dann eine zweite. Zwei Gestalten kommen näher, langsam, aber gezielt, nicht wie Hafenarbeiter, die ihre Runde machen.

„Zollwache", sagt der Mann, jetzt noch leiser, und du hörst zum ersten Mal etwas wie Angst darin. „Sie kontrollieren jedes zweite Schiff heute Nacht, wegen Paris."

Wegen Paris. Das Wort allein sagt dir, dass diese Musketen nicht für einen Salzhafen bestimmt sind, und dass der Mann neben dir mehr riskiert als eine schlechte Ladeliste.

Der Kapitän, weiter vorn, hat die Laternen auch gesehen. Er dreht sich nicht um, aber seine Schultern werden schmaler, so wie bei jemandem, der abwägt, wen er opfert.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Die Kiste sofort mit Salzfässern zustellen, bevor die Wache sie sieht Du hast gewählt
  2. 2 Zum Kapitän gehen und ihn vor der Zollwache warnen
  3. 3 Sich zu den Musketen bekennen und Zeit für die anderen erkaufen
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Du reißt zwei Salzfässer vom Nachbarstapel und stellst sie vor die offene Kiste, so schnell, dass dir das Seil eines davon über die Handfläche schneidet. Der fremde Mann hilft, ohne ein Wort, und schiebt eine dritte davor, gerade als die erste Laterne den Rand des Kais erreicht.

Der Zollbeamte ist jung, sein Mantel eine Nummer zu groß, und er geht die Ladeliste ab, als hätte er sie selbst geschrieben. Bei den Salzfässern bleibt er stehen, tippt mit dem Fuß gegen eines – das falsche, zum Glück, eines der echten – und hört das dumpfe, richtige Geräusch von Salz.

„Vierzig Fässer", liest er vor.

„Zweiunddreißig verladen, acht folgen morgen", sagt der Kapitän, der jetzt neben dir steht, seine Stimme ruhiger, als sie sein dürfte. „Die Nachzügler waren beim Wiegen zu spät."

Der Beamte schreibt etwas auf, ohne aufzusehen. Für einen Moment ist nur das Wasser zu hören, das gegen den Rumpf der Aurelia schlägt.

Dann geht er weiter, zur nächsten Kiste, ohne noch einmal zurückzusehen.

Der fremde Mann atmet aus, zum ersten Mal seit du ihn kennst, hörbar. „Das war knapp", sagt er. Dann sieht er dich direkt an. „Du hast das nicht für mich getan."

Er hat recht, und ihr wisst es beide. Du hast es getan, weil eine falsche Bewegung euch alle mit auf die Anklagebank gebracht hätte – und weil du jetzt wissen willst, wofür sechs Musketen auf ein Salzschiff nach Marseille sollen.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Fragen, für wen die Musketen wirklich bestimmt sind Du hast gewählt
  2. 2 Dem Kapitän die Wahrheit über die geöffnete Kiste sagen
  3. 3 Nichts mehr fragen und einfach mit auslaufen
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Der Mann sieht kurz zum Kapitän hinüber, der bereits das Zeichen zum Ablegen gibt, dann wieder zu dir.

„Nicht für Marseille", sagt er. „Die Ladeliste sagt Marseille, weil das ist, was die Zollwache lesen soll. Wir laufen aus, drehen bei Port-Vendres, und was in dieser Kiste liegt, geht an Land, bevor irgendjemand in Marseille überhaupt merkt, dass wir da waren."

„Für wen."

Er zögert, und in diesem Zögern liegt mehr, als jede Antwort verraten hätte. „Für Leute, die in drei Wochen wichtiger sein werden, als du und ich es je waren. Mehr sage ich nicht, weil du dann genauso viel weißt wie ich – und das ist gefährlicher, als gar nichts zu wissen."

Die Gangway wird eingezogen. Unter dir löst sich die Aurelia vom Kai, langsam, mit dem ersten Zug der Ebbe, und die Lichter des Hafens werden kleiner, eines nach dem anderen, bis nur noch die eine Laterne am Kai übrig ist.

Der Kapitän ruft nach dir, von der Kommandobrücke, mit einer Stimme, die keinen Aufschub duldet.

Der fremde Mann legt die Hand noch einmal auf deine Schulter, diesmal fast freundlich. „Du entscheidest gerade, auf welcher Seite dieser Reise du stehst", sagt er. „Auch wenn es sich noch nicht so anfühlt."

Hinter euch, am Kai, bleibt eine der Laternen der Zollwache stehen, länger als die anderen, mit dem Licht genau auf die Aurelia gerichtet.

Jetzt erlebe die Geschichte selbst

Derselbe Anfang, neu geschrieben – und ab der ersten Entscheidung ist es deine Geschichte und nicht diese.

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Ein historisches Textadventure, in dem die Ladeliste lügt

Oben liest du keine Leseprobe, sondern eine Aufzeichnung: vier Abschnitte einer Geschichte und die drei Entscheidungen, die zwischen ihnen getroffen wurden. Die beiden nicht gewählten Möglichkeiten stehen jeweils daneben — sie hätten dieselbe Nacht in eine andere Richtung getrieben.

Ein historisches Textadventure lebt nicht von Kostümen und Höflichkeitsformeln, sondern von der Lücke zwischen dem, was auf dem Papier steht, und dem, was tatsächlich im Frachtraum liegt. 1789 reicht als Jahr — den Rest liefert die Ladeliste, die nicht stimmt.

Die Ladung der Aurelia gibt dir einen Hafen, eine Flut, die nicht wartet, und Kisten, die schwerer wiegen als das, was draufsteht. Deine Fassung wird eine andere sein als diese hier.

Was dich erwartet

  • Der Text oben steht fest: eine aufgezeichnete Runde, die du lesen kannst, ohne etwas zu starten. In deiner eigenen Runde entsteht er, während du liest, und zwei Durchläufe sind nie gleich.
  • Deine Entscheidungen verzweigen die Geschichte wirklich – es gibt keinen vorgesehenen Weg, den du finden musst.
  • Geschrieben wird von einer KI, nicht von einer Autorin. Sie schreibt etwa 250 Wörter pro Abschnitt, erinnert sich nur begrenzt an frühere Abschnitte und verliert gelegentlich einen Faden. Wenn ein Abschnitt danebengeht, kannst du ihn neu schreiben lassen.
  • Der Start ist kostenlos und braucht kein Konto. Das Freikontingent wird in Tokens gemessen, nicht in Zügen – wie viele Entscheidungen es trägt, hängt von der Geschichte ab, ungefähr acht.