Seit dem Morgengrauen tafelt der Hof in der großen Halle, während der König drei Stockwerke über euch stirbt. Zwölf Gänge sind angesagt; du hast erst zwei überstanden. Kerzenwachs tropft auf das Leinentuch, und irgendwo am unteren Tischende lacht jemand zu laut über einen Witz, den du nicht gehört hast.

Neben dir sitzt Graf Osven, der jüngste Cousin des Königs, und redet seit einer Stunde von der Zukunft des Reiches, als sei sie bereits seine. Er lacht zu oft. Er weiß nicht, was du weißt. Du nickst an den richtigen Stellen und rührst nichts von dem an, was man dir aufgetischt hat.

Du hast es vor drei Nächten im Turmzimmer gefunden, unter den Aufzeichnungen der alten Hebamme: eine Liste jedes Kindes, das der König je hatte, und neben jedem Namen dasselbe Wort. Verflucht. Keins von ihnen ist an Krankheit gestorben. Alle sind sie demselben Fluch gewichen, der auf dem Thron liegt, seit der Großvater des Königs ihn sich mit einem Meineid erschlichen hat: Wer ohne echtes Anrecht darauf sitzt, verliert binnen eines Jahres jeden, der ihm hätte folgen sollen.

Osven hat kein echtes Anrecht. Niemand an diesem Tisch hat eins — außer der einen Person, die heute Abend fehlt, weil der Hof sie seit zwölf Jahren für tot hält.

Ein Diener füllt dein Glas nach, ungefragt. Am Kopfende der Halle steht die Tür zur Wendeltreppe offen, und jedes Mal, wenn sie sich bewegt, verstummt das Gespräch für einen Atemzug, bevor es lauter weitergeht als zuvor.

Die Truhe mit den Aufzeichnungen liegt noch oben, unter losen Dielen. Wer sie findet, findet auch, dass du dort warst.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Unter einem Vorwand zur Wendeltreppe hinaufgehen und die Truhe im Turmzimmer prüfen Du hast gewählt
  2. 2 Osven beiseitenehmen und ihn leise vor dem Thron warnen
  3. 3 Am Tisch bleiben und beobachten, wer außer dir etwas zu wissen scheint
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Du entschuldigst dich mit dem Hinweis, nach dem Leibarzt sehen zu wollen, und niemand hält dich auf — man ist froh, wenn jemand anders die Sorge übernimmt.

Die Wendeltreppe ist kälter als die Halle, und mit jeder Stufe wird die Musik von unten leiser. Oben brennt nur eine einzige Kerze vor der Tür zum Krankenzimmer, und durch den Spalt hörst du den Atem des Königs, flach und unregelmäßig. Du gehst daran vorbei, weiter, zum Turmzimmer, wo die Dielen locker liegen.

Die Truhe ist nicht dort, wo du sie gelassen hast. Sie steht offen, mitten im Raum, und die Aufzeichnungen der Hebamme liegen verstreut auf dem Boden — nicht durchwühlt, sondern geordnet, als hätte jemand genau das gesucht, was du gesucht hast, und es gefunden.

Am Fenster steht eine Frau in der groben Kleidung einer Krankenpflegerin, die du seit Wochen im Krankenzimmer des Königs hast ein- und ausgehen sehen, ohne sie je richtig anzusehen. Jetzt sieht sie dich an.

„Du hast es also auch gefunden“, sagt sie.

Sie zieht den Ärmel hoch. Am Handgelenk trägt sie ein Muttermal in Form eines Halbmonds — dasselbe, das in der Liste der Hebamme neben einem Namen verzeichnet ist, den niemand seit zwölf Jahren ausgesprochen hat.

„Man hat mich für tot erklärt, bevor der Fluch mich holen konnte“, sagt sie. „Meine Mutter hat dafür gesorgt. Ich dachte, ich hätte genug Zeit, bevor jemand es herausfindet.“

Unten, viele Stockwerke tiefer, schlägt eine Tür.

„Das war nicht Osven“, sagt sie. „Osvens Schritte kenne ich. Das waren andere.“

Wie geht es weiter?
  1. 1 Ihr helfen, unbemerkt aus dem Turm und aus dem Schloss zu verschwinden
  2. 2 Sie überreden, sofort mit dir in die Halle hinunterzugehen Du hast gewählt
  3. 3 Zurück an den Tisch gehen und abwarten, wer als Nächstes die Treppe nimmt
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Du schlägst ihr vor, mit dir hinunterzugehen, bevor die Schritte auf der Treppe sie finden, statt du sie. Sie zögert eine Sekunde — dann nickt sie und streift den groben Umhang ab, unter dem ein zweiter, feinerer zum Vorschein kommt, den sie offenbar seit Wochen für genau diesen Moment bereithält, gefaltet und griffbereit unter losen Dielen wie alles andere in diesem Turm.

Die Halle verstummt, als ihr eintretet. Nicht sofort — erst braucht es einen Herzschlag, bis jemand ihr Gesicht erkennt, und dann noch einen, bis der Erste aufsteht. Ein Kelch kippt um und niemand hebt ihn auf.

Osven bleibt sitzen. Das ist das Erste, was dir auffällt.

„Das ist ein Trick“, sagt er, aber seine Stimme trägt nicht so weit, wie er es gewohnt ist. „Sie ist seit zwölf Jahren tot.“

„Ich war nie tot“, sagt sie. „Man hat mich versteckt, damit ich es bleibe.“ Sie zeigt das Halbmondmal am Handgelenk, hebt den Arm hoch genug, dass die hinteren Tische es sehen können.

Ein Ratsherr steht auf. Dann noch einer. Nicht alle — die Hälfte der Halle bleibt sitzen, die Gesichter unbewegt, und du kannst nicht sagen, ob aus Loyalität zu Osven oder aus schierem Erschrecken.

Dann läutet oben, drei Stockwerke höher, eine einzelne Glocke.

Der König ist tot.

Die Halle hält für einen Moment vollkommen still, und in dieser Stille dreht sich jeder Kopf zwischen Osven und der Frau neben dir hin und her, als müsste die Entscheidung hier, sofort, in diesem Raum fallen.

Wie geht es weiter?
  1. 1 Sofort vor der ganzen Halle das Muttermal und die Aufzeichnungen der Hebamme zeigen Du hast gewählt
  2. 2 Osven auffordern, freiwillig zurückzutreten, ohne den Fluch zu erwähnen
  3. 3 Auf das alte Thronfolgerecht verweisen und einen Gottesurteil-Prozess verlangen
  4. Oder entscheide selbst — ab hier deine Geschichte

Du trittst vor und legst die Aufzeichnungen der Hebamme auf den langen Tisch, aufgeschlagen bei der Seite mit dem Halbmond-Zeichen, und sagst laut, was du seit drei Nächten weißt: dass der Thron verflucht ist, dass jedes Kind, das ohne echtes Anrecht ihn erbte, sein eigenes Blut verloren hat, und dass die Frau neben dir die Einzige am Tisch ist, die ihn ohne diesen Preis besteigen kann.

Ein Raunen geht durch die Halle, dann Stille, dann lauteres Raunen als zuvor.

Ein alter Ratsherr, der seit Jahrzehnten am Hof dient, steht auf, geht langsam zu ihr hinüber, so als koste ihn jeder Schritt eine eigene Entscheidung, und sinkt vor ihr auf ein Knie. Zwei weitere folgen. Die Hälfte der Halle bleibt sitzen, die Hände flach auf dem Tisch, als warte man auf ein Zeichen, das noch nicht gegeben wurde.

Osven ist aufgestanden. „Das Muttermal beweist nichts“, sagt er, aber er sagt es zu leise, an die falsche Person gerichtet, und du siehst, wie zwei seiner eigenen Gefolgsleute ihn nicht mehr ansehen.

Dann öffnet sich am anderen Ende der Halle die große Tür, ohne dass jemand sie gerufen hätte.

Die Wachen, die dort eintreten, tragen nicht Osvens Abzeichen. Sie tragen auch nicht das des Rates.

Die Frau neben dir wird bleich, noch bevor du ihren Gesichtsausdruck richtig lesen kannst, und legt die Hand auf deinen Arm, fest genug, dass es wehtut.

„Das sind seine Leute nicht“, sagt sie leise. „Das sind auch nicht meine.“

Jetzt erlebe die Geschichte selbst

Derselbe Anfang, neu geschrieben – und ab der ersten Entscheidung ist es deine Geschichte und nicht diese.

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Fantasy mitten im Hofstaat, nicht allein im Wald

Oben liest du keine Leseprobe, sondern eine Aufzeichnung: vier Abschnitte einer Fantasy-Geschichte und die drei Entscheidungen, die zwischen ihnen getroffen wurden. Die beiden nicht gewählten Möglichkeiten stehen jeweils daneben — hättest du Osven zuerst gewarnt statt die Truhe zu prüfen, wäre der Abend anders verlaufen.

Die meisten Fantasy-Geschichten stellen dich allein in einen Wald oder eine Gruft. Der verfluchte Thron tut das Gegenteil: ein voller Saal, ein sterbender König, und ein Geheimnis, das du vor genau den Menschen verbergen musst, mit denen du am selben Tisch sitzt.

Es gibt keine Magie, die das Problem für dich löst. Der Fluch ist eine Regel, kein Zauberspruch — und was du mit dem, was du weißt, machst, entscheidest du bei jeder Wahlmöglichkeit neu. Deine Fassung wird anders enden als diese hier.

Was dich erwartet

  • Der Text oben steht fest: eine aufgezeichnete Runde, die du lesen kannst, ohne etwas zu starten. In deiner eigenen Runde entsteht er, während du liest, und zwei Durchläufe sind nie gleich.
  • Deine Entscheidungen verzweigen die Geschichte wirklich – es gibt keinen vorgesehenen Weg, den du finden musst.
  • Geschrieben wird von einer KI, nicht von einer Autorin. Sie schreibt etwa 250 Wörter pro Abschnitt, erinnert sich nur begrenzt an frühere Abschnitte und verliert gelegentlich einen Faden. Wenn ein Abschnitt danebengeht, kannst du ihn neu schreiben lassen.
  • Der Start ist kostenlos und braucht kein Konto. Das Freikontingent wird in Tokens gemessen, nicht in Zügen – wie viele Entscheidungen es trägt, hängt von der Geschichte ab, ungefähr acht.